Entwicklung durch Struktur, Führung & Stärkung der psychischen Gesundheitskompetenz.

Jede Organisation ist einzigartig – mit eigenen Mustern, Herausforderungen und Ressourcen. Eine Herausforderung im Alltag ist es Strukturen, Prozesse und Zusammenarbeit so zu gestalten, dass Menschen wirksam, gesund und verantwortungsvoll arbeiten können. Ich schaue mir an:


Wie wird gearbeitet? Welche Dynamiken wirken? Wo entstehen Belastungen, Reibungen oder Potenziale?


Auf dieser Grundlage entstehen maßgeschneiderte Entwicklungsprozesse, die Klarheit schaffen, Zusammenarbeit stärken und gesunde Kultur fördern – Schritt für Schritt, im Dialog und immer passend zur Realität der Organisation.

🧩 Strukturen prägen, wie Menschen arbeiten – und wie es ihnen dabei geht. Studien zeigen, dass Arbeitsbedingungen, Führungsstil, Arbeitsbelastung und soziale Beziehungen zentrale Einflussfaktoren für die psychische Gesundheit sind. Ungünstige Strukturen – etwa hohe Arbeitsverdichtung, unklare Rollen, fehlende Unterstützung oder destruktive Führung – erhöhen Stress, Demotivation und das Risiko psychischer Fehlbelastungen. Positive, klar gestaltete Strukturen fördern Orientierung, soziale Unterstützung, gesunde Beziehungen und damit psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

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🗝️ Der Führungsstil ist kein „Soft Skill“, sondern ein zentraler Gesundheitsfaktor. Im Gesundheits‑ und Sozialwesen entscheidet er maßgeblich darüber, ob Mitarbeitende stabil bleiben oder ausfallen. Forschung zeigt klar: Führungsverhalten beeinflusst das Erleben und die Gesundheit von Mitarbeitenden direkt — positiv wie negativ! Die Mitarbeitenden sind die wertvollste Ressource einer Organisation, sind sie gesund läuft der Laden! Das bedeutet nicht, es immer allen Recht machen zu müssen! Die Balance ist der Schlüssel. Ein Wandel der Führungsperspektive ist daher nicht nur menschlich sinnvoll, sondern auch ein strategischer Schlüssel für Qualität, Mitarbeiterbindung und ZukunftsfähigkeitWenn Führung sich ausschließlich an Aufgaben orientiert, fehlt Mitarbeitenden genau die Ressource, die sie in einem hochbelasteten System am dringendsten brauchen.

💎 Psychische Gesundheitskompetenz bei Mitarbeitenden beschreibt die Fähigkeit, psychische Belastungen zu erkennen, angemessen damit umzugehen und Unterstützung zu nutzen, bevor Stress, Erschöpfung oder Erkrankungen entstehen. Sie umfasst die Kernbereiche:

  • Wissen über Stress, Belastungen und psychische Gesundheit
  • Fähigkeiten, eigene Grenzen wahrzunehmen und gesundheitsförderlich zu handeln
  • Haltung, die Offenheit, Selbstfürsorge und Verantwortung ermöglicht.

Psychische Gesundheit ist die emotionale und geistige Widerstandsfähigkeit, die es Menschen ermöglicht, das Leben zu genießen, Schmerzen, Enttäuschungen und Traurigkeit zu überstehen. Sie ist ein Gefühl des Wohlbefindens und ein zugrunde liegender Glaube an die eigene Würde und den Selbstwert. Es gilt die "psychische Gesundheit aller Menschen zu schützen und zu fördern und den ihr innewohnenden Wert zu erkennen" (WHO 2019, S.1). Mitarbeitende mit hoher psychischer Gesundheitskompetenz können besser mit komplexen Anforderungen umgehen, bleiben handlungsfähig und tragen zu einer gesunden Arbeitskultur bei.

Das Gesundheits‑ und Sozialwesen steht seit Jahren unter massivem Druck: steigende Komplexität, Fachkräftemangel, hohe Arbeitsdichte, ökonomische Vorgaben, Zeitdruck, Dokumentationspflichten, steigende Anforderungen, unklaren Rollen, Teamkonflikte, Digitalisierung und strukturelle Überlastungen führen zu einer wachsenden Zahl psychischer Belastungen, die den Alltag der Mitarbeitenden prägen und sich negativ auf die Versorgung von hilfebedürftigen und kranken Menschen auswirken.
Effizienz im Fokus - Mensch im Hintergrund.
In vielen Organisationen dominiert ein aufgabenorientierter Führungsstil, der stark auf Abläufe, Vorgaben, Effizienz und Kontrolle ausgerichtet ist. Dieser Stil ist historisch gewachsen und in hochregulierten Branchen wie dem Gesundheitswesen tief verankert und auch im Sozialwesen weit verbreitet. In komplexen Strukturen funktioniert dieses Vorgehen wunderbar und ist in Krisensituationen sehr wirksam. Langfristig gesehen kann es jedoch zu:

  • emotionaler Erschöpfung,
  • sinkender Motivation,
  • erhöhter innerer Kündigung,
  • steigenden Fehlzeiten,

kommen. Dies zeigt sich auch nicht erst seit gestern in der Branche. Fehlzeiten Reporte verschiedenster Krankenkassen kommen alle zu ähnlichen Ergebnissen: Die Fehlzeiten aufgrund psychischer Belastungen sind in den letzten Jahren enorm gestiegen und teilweise doppelt so hoch als in anderen Branchen. Das Burnout ist im neuen ICD 11 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems", Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) sogar beschrieben als:

„ein Syndrom, das als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz konzeptualisiert wird, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Es ist durch drei Dimensionen gekennzeichnet: 1) Gefühle der Energieerschöpfung oder Erschöpfung 2) Erhöhte mentale Distanz zur Arbeit oder Gefühle von Negativismus oder Zynismus in Bezug auf die Arbeit 3) Ein Gefühl der Ineffektivität und des Mangels an Leistung. Burnout bezieht sich speziell auf Phänomene im beruflichen Kontext und sollte nicht zur Beschreibung von Erfahrungen in anderen Lebensbereichen verwendet werden“ (ICD-11 2024).


Die Ursachen sind vielfältig und mittlerweile gut erforscht. Lösungsmöglichkeiten werden in den meisten Fällen jedoch nicht adäquat umgesetzt. Oft liegt der Fokus auf den Symptomen, seltener auf den Ursachen. Burnout ist ein Symptom.

Zukunftsgerichtete Entwicklung und professionelle Begleitung.


"Das gute Leben ist ein Prozess, kein Daseins-Zustand. Es ist eine Richtung. Kein Ziel." 🎯
(Carl R. Rogers)